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Briefmarathon: Los geht's - schreibt, schreibt!

05/12/2011 von Juliane Köhler (Schauspielerin und Amnesty-Unterstützerin)

Die Schauspielerin Juliane Köhler über ihr Engagement für den Briefmarathon 2011 der Menschenrechtsorganisation Amnesty International.

In ihrem Beitrag für den „50 Jahre Amnesty“-Blog ruft die deutsche Schauspielerin Juliane Köhler („Aimeé & Jaguar“, „Nirgendwo in Afrika“, „Der Untergang“) zur Teilnahme am weltweiten Amnesty-Briefmarathon für Opfer von Menschenrechtsverletzungen auf.

 

Wie viele von euch wahrscheinlich bereits wissen, startet Amnesty International jedes Jahr um den Internationalen Tag der Menschenrechte herum den sogenannten Briefmarathon. Dabei setzen sich weltweit Menschen wie Du und ich für Menschen in Gefahr ein: In diesem Jahr vom 3. bis 17. Dezember.

Die deutsche Amnesty-Sektion unterstützt hierbei ganz besonders: Jabbar Salavan aus Aserbaidschan, Filep Karma aus Indonesien, Fatima Hussein Badi aus dem Jemen, Jean-Claude Roger Mbede aus Kamerun und Natalja Estemirowa aus Russland. Ihre Schicksale zeigen wieder auf bedrückende und erschreckende Art und Weise, dass die Selbstverständlichkeit, mit der wir hier in Deutschland unsere Meinung kundtun, das Recht auf ein faires Gerichtsverfahren haben, sowie so sein können, wie wir wollen, in vielen Teilen der Welt keine Selbstverständlichkeit ist!

Es ist mir daher wichtig, mich für diese Menschen einzusetzen – bis zu dem Tag, an dem jede und jeder von ihnen diese Freiheiten hat, und die von der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte garantierte Meinungsfreiheit auch ohne Angst vor Verfolgung, Tod und Folter ausleben darf.

Die Schauspielerin Juliane Köhler unterstützt den Briefmarathon von Amnesty International und ruft mit diesem Beitrag dazu auf, sich für Menschen in Gefahr einzusetzen.

Was mir besonders am Briefmarathon von Amnesty International gefällt: Sich für diese Freiheiten und die Menschenrechte der gewaltlosen politischen Gefangenen einzusetzen ist ganz einfach! Mit Briefen, Faxen und E-Mails können auch „ganz gewöhnliche“ Menschen einen Teil dazu beitragen, dass die zuständigen Behörden mit Appellen und Forderungen massiv unter Druck geraten. Sie werden von weltweit abgesendeten Briefen nur so überschwemmt – und müssen Missstände in ihrem Land daraufhin angehen und Menschenrechte achten. Das zeigt auch ein Blick auf die letzten fünf Jahrzehnte, in denen Amnesty so viele erfolgreiche Appell-Aktionen durchgeführt hat. Also, Stift in die Hand und los geht’s mit dem Briefe-Schreiben!

Und da Amnesty im Einsatz für die Menschenrechte auch mit der Zeit geht, heißt es inzwischen auch: Finger auf die Computer- und Handy-Tastatur! Denn die Briefe lassen sich auch online schreiben. Auch gibt es für Smartphones eine Einstiegsseite in den Briefmarathon. Schneller und einfacher geht’s kaum!

 

„Shine a light“ weltweit und in Deutschland

Zum Schluss noch etwas ganz Besonderes: Dieses Jahr, anlässlich des 50. Geburtstags von Amnesty International, wird der Briefmarathon außerdem von Licht-Aktionen weltweit untermalt. Bei der weltweiten Aktion „Shine a light“ wird auch in Deutschland – in München, Köln, Frankfurt und Berlin - jeweils das Gesicht eines bedrohten Menschen auf ein Gebäude projiziert. In Berlin findet die Aktion am Potsdamer Platz 5 statt, wo das Gesicht von Fatima Hussein Badi auf die Fassade des Hauses projiziert wird.

Fatima Hussein Badi (48 Jahre, aus Jemen) ist im Februar 2011 zum Tode verurteilt worden. Ihr wurde vorgeworfen, zusammen mit ihrem Bruder ihren Ehemann ermordet zuhaben. Ihnen ist damit gedroht worden, dass Fatima vergewaltigt würde, falls sie nicht gestehen würden. Um dieses Schicksal von ihr abzuwenden, gestand ihr Bruder und wurde daraufhin hingerichtet. Fatima beteuert bis heute ihre Unschuld. Wir müssen gemeinsam um ihr Leben kämpfen!

Also lasst uns Briefe schreiben, für Fatima, für Jean-Claude, Jabbar, Filep. Und lasst uns dafür eintreten, dass der Mord an Natalja aufgeklärt wird, die nur wegen ihres journalistischen Engagements für Menschenrechte und Rechtsstaatlichkeit bedroht und 2009 ermordet wurde.

Am ersten Abend der Licht-Aktion, also am 08. Dezember, werden Katja Riemann, Max Herre und Benno Fürmann die Projektion gegen 18 Uhr „entflammen“. Kommt vorbei, erlebt die Projektion, und vor allem: Schreibt und schreibt und schreibt!

Ihre Juliane Köhler

Jetzt mitmachen: www.amnesty.de/briefmarathon

Bild oben:

Briefmarathon 2011: Weltweit werden in diesen Tagen Briefe von Amnesty-Mitgliedern und -Unterstützern versendet!

© stocksnapper